Glasuren und Dekore: Majolikamalerei

Aufbereitung der Glasur

Nach dem Brand der Fliesenscherben im Biskuitofen wurden diese auf Fehler hin sortiert und in der Majolikamalerei glasiert.

Bei der Glasur entwickelte man unterschiedliche Dekorationstechniken, die eng mit der Mechanisierung, das heißt letztlich mit der Ökonomisierung des Arbeitsprozesses zusammenhingen. Die Aufbereitung der Glasuren verlief für alle Dekortechniken im wesentlichen gleich. Bei den Rohstoffen sind die durchsichtigen Glasuren aus den basischen Oxiden des Zinks und des Bleis sowie der Alkalien und Erdalkalien von den weißdeckenden, sauren Oxiden des Zirkons und des Titans zu unterscheiden.

Färbung der Glasur

Die Färbung der Glasur erreichte man durch einen Zusatz von unterschiedlichen Metalloxiden, wobei Zwischentöne durch entsprechende Mischungen erzielt werden konnten: Gelb bis Braun - Eisenoxid, Grün - Kupferoxid, Rot bis Braun - Manganoxid, Blau - Kobaltoxid.

Auftragen der Glasur

Als Glasurmasse wurde bis etwa 1940 vorwiegend das durchsichtig ausschmelzende Blei- oder Zinkoxid verwandt; dann setzte sich das weißdeckende Zirkonoxid durch, das den Vorteil hatte, die Unreinheiten und Einschlüsse im Scherben zu überdecken.

Die feingemahlene, durchsichtige Glasurmischung, wie sie von 1895 bis etwa 1935 zur Anwendung kam, wurde mit Wasser vermischt zu einer Dispersion aufgeschwemmt und in der Majolikamalerei vorwiegend von weiblichen Arbeitskräften mit dem Pinsel in den Biskuitscherben eingelegt (siehe Abbildung).

Zusätzliche Effekte

Die lüstrierenden Oberflächen vorwiegend englischer, belgischer auch vereinzelt deutscher Fliesen wurden durch Zusätze von metallischen Verbindungen gewonnen, in die man Harze und Öle einrührte. Ein Irisieren der Glasur ohne Eigenfarbe des Lüsters erreichte man durch eine Mischung aus salpetersaurem Wismut, Kolophonium und Lavendelöl, wobei diese eigens zubereitete Mixtur der Glasurdispersion beigemischt werden mußte.

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